Cookies

 

Schau ich so aus dem Fenster und überlege, ob Schnee schippen lohnt oder alles sowieso wegtaut. Wie warm wird es denn heute wohl? Internet, Seite aufgerufen, Banner mit Einverständniserklärung.

Ok. denk ich mir, hast Zeit heute, ich komme meiner selbstverantwortlichen Bürgerpflicht nach und lese mal, was es alles so mit den Cookies und der Weitergabe von Daten auf sich hat.

19.000 Zeichen = 10 DIN A4 Seiten später ist mir vieles klarer geworden. Datenschutzerklärungen sind für mich gar nicht bestimmt. Was dort steht, erfordert ein Verständnis für die formalisierte Rechtssprache. Eigentlich nur für Rechtsanwälte, die wissen wollen, wie warm es heute wird. Notfalls hilft auch eine stundenlange Recherche, was sich hinter Art 6 Abs 1 lit a iVm Art 7, sowie Art 9 Abs 2 lit a DSGVO, Referrer, pseudonymisierten Protokolldaten, § 130 StGB und § 131 StGB, Funktionalitäts-Cookies, Personalisierungs-Cookies, Performance- bzw. Webanalyse-Cookies, Adverser-/Werbe-/Targeting-Cookies, Re-Targeting-Cookies, sowie Cookies von Drittanbietern alles so verbirgt.

Was die Cookies von Drittanbietern anbetrifft, so verlasse ich jetzt das Universum des Wetterdienstes und wende mich nun den Datenschutzerklärungen von Google, Facebook und anderen zu. Die haben jeweils ein eigenes Universum mit eigenen Spielregeln, es gilt amerikanisches Recht. Und nun tun sich gigantische Labyrinthe auf. Bei Google trifft man beim Studium der Datenschutzerklärung (auf deutsch) auf 41.600 Zeichen = 28 DIN A4 Seiten, die aber nur die Spitze des Eisberges bilden. Denn innerhalb dieser Datenschutzerklärung kommen nicht nur zahllose putzige Grafiken vor, die ein Schloss, eine Wolke oder sonstwas leicht Erkennbares darstellen, sondern auch grob geschätzt etwa 150 Verlinkungen auf andere Google Erklärungen, die ja auch durchgearbeitet werden wollen.

Ob es darüber hinaus weitere Drittanbieter bei der Wetterseite gibt, wird nicht klar, da ziemlich verschwurbelt formuliert.

An der Stelle habe ich dann kapituliert. Alles sendet ein mehr oder weniger deutliches Signal aus, das da lautet: Du kannst hier erfahren, wie das Wetter wird, aber dafür wollen wir alles von Dir wissen, was sich irgendwie zu Geld machen lässt.

Immerhin kann ich aber auch kostenlos (= ohne Geld zu bezahlen) erfahren, wie das Wetter wird. Hat sich übrigens gerade erledigt, nach einer Stunde Datenschutz ist der Schnee in Regen übergegangen.

 

 

 

 

 

 

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